Unsere Schulanfangsphase

Am Anfang steht das Planetarium.

Dort werden alle Kinder eingeschult. Passend zu unserer Partnereinrichtung sind der Schulname „Grundschule am Planetarium“ sowie die Namen der Lerngruppen: Mars, Venus, Saturn, Jupiter und Neptun.

Die Idee der Schulanfangsphase ist, dass jedes Kind mit seinem individuellen Entwicklungsstand in der Schule angenommen wird. Somit werden die Lerngruppen als heterogen akzeptiert und dies als Chance genutzt. Auf der Grundlage des individuellen Lernentwicklungsstandes verlaufen die Lernprozesse auch individuell. Die Schulanfangsphase kann so in ein, zwei oder drei Jahren durchlaufen werden. Ein differenziertes Arbeiten und das frühe Stärken von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung beim Lernen stehen im Mittelpunkt.

Organisiert wird die Schulanfangsphase an unserer Schule folgendermaßen:

Wir haben zur Zeit vier jahrgangsgemischte Lerngruppen (Neptun wird ab 2010 zur fünften gemischten Lerngruppe). Die Lerngruppen führen Projektstunden gemeinsam durch. Auch Ausflüge werden zum Teil gemeinsam realisiert. So können sich die Kinder der Gruppen besser kennen lernen und gemeinsam arbeiten. Dies ist wichtig für ein gemeinsames Lernen in der 3. Klasse. Denn dort werden die Kinder, welche die Schulanfangsphase verlassen, im neuen Klassenverband zusammentreffen. In den Lerngruppen arbeiten die Kinder nach differenzierten Arbeitsaufträgen (z.B. in Form von Wochenplänen), erarbeiten sich bestimmte Lerninhalte gemeinsam und haben Kursstunden, wo sie sich je nach Könnensstand zusammengefasst neue Inhalte erschließen. Frontalphasen haben genauso Raum wie individuelles Arbeiten.

Die Kinder lernen von- und miteinander:

  • offen, aber mit Struktur und nicht beliebig
  • gemeinsam, jedoch nicht im Gleichschritt
  • selbstständig und dabei nicht allein.

Es stehen den Lerngruppen ein zusätzliche Teilungsräume zur Verfügung. Auch die Computerräume werden eifrig genutzt. Dort können die Kinder Briefe schreiben, Geschichten verfassen, Texte u.a. mit Grafiken gestalten und am Drucker ausdrucken. Die Umsetzung gelingt gemeinsam mit Teilungslehrerinnen, unserer Sonderpädagogin, Schulhelfer/innen sowie der guten Zusammenarbeit der Erzieherinnen. Auch engagierte Eltern und unsere Lesepaten sind aus dem Schulalltag nicht wegzudenken.

Häufig gestellte Elternfragen

Wie wird in diesen altersgemischten Gruppen das einzelne Kind gefördert?

Kinder, die neu in die Schule kommen, werden in eine bereits bestehende Gruppe von ca. 13 Kindern aufgenommen. Dabei können Patenschaften mit den Kindern des zweiten oder dritten Jahres in der Schulanfangsphase das Einleben an der Schule und die Orientierung im Gebäude sehr erleichtern. Auch können sie sich gegenseitig unterstützen, sich im Klassenraum zurechtzufinden, sich die Verhaltensregeln des Miteinander-Lernens anzueignen sowie eigenverantwortliches Lernen und respektvollen Umgang miteinander zu praktizieren. In der gemischten Lerngruppe ist es möglich, dass jedes Kind je nach seiner individuellen Lernausgangslage und nach seinem individuellen Lerntempo einen passenden Lernpartner finden kann. Es werden vielfältige Lernangebote genutzt, persönliche Lernziele gesetzt und spezifische Leistungsrückmeldungen gegeben. In Teilungsstunden kann die Lehrerin mit einer Gruppe gesondert arbeiten. Auch durch die aktive Unterstützung der Erzieher und Erzieherinnen im Unterricht ist eine intensive Hilfestellung für die Schüler möglich. Generell ist das Lernprogramm so gestaltet, dass in Phasen selbstständiger Arbeit jedes Kind weiß, welche Aufgaben es zu bearbeiten hat und somit in seinem eigenen Tempo, je nach seinen Fähigkeiten, voranschreiten kann.

Ein Kind, welches das Lernpensum der ersten zwei Jahre in nur einem Jahr bewältigt, kann nach diesem Jahr die Schulanfangsphase verlassen und in die dritte Klasse wechseln. Ein Kind, das drei Jahre für den vorgesehenen Stoff benötigt, kann entsprechend drei Jahre in der Anfangsphase verbleiben, ohne die Lehrerin, den (in der Regel halben) Klassenverband oder den Raum verlassen zu müssen.

Verbleibt die Lehrerin mindestens zwei Jahre in der Lerngruppe?

Die Lehrerin bleibt immer in ihrer Schulanfangsphase. Das bedeutet, dass ein Kind in der Regel die ersten zwei Jahre bei dieser Lehrerin und in diesem Raum verbringt. Anschließend kommt es in eine altersgleiche dritte Klasse zu einer neuen Lehrerin in einem neuen Raum, zusammen mit anderen Kindern aus der eigenen und der parallel laufenden weiteren Eingangsstufe. Außergewöhnlich schnell lernende Kinder verlassen ihre Lehrerin nach dem ersten Schulbesuchsjahr zusammen mit den Kindern aus dem zweiten Jahr. Kinder, die mehr Zeit brauchen, verbleiben drei Schuljahre bei ihrer ersten Lehrerin und in ihrer Lerngruppe, die durch Lernanfänger aufgefüllt wird. Eine Klassenstärke von höchstens 24 Kindern in der altersgemischten Schulanfangsphase wird angestrebt.

Gibt es ein einheitliches Konzept?

Die Lehrerinnen aller Berliner Schulen sind an Rahmenvorgaben des Senators für Bildung gebunden. Darüber hinaus gibt es inhaltliche und methodische Absprachen im Kollegenteam der Schule, wobei die pädagogische Freiheit der einzelnen Lehrerin gewahrt bleibt.

 Annett Vogel, Fachlehrerin Musik und Klassenleiterin der Lerngruppe Mars